Geburtsbericht
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Alle Jahre wieder – so war ich auch bei dieser Geburt wieder dabei und auch dieses Mal wurde mir das Verfassen des Berichtes „übertragen“  ;o).

Als ich am Samstag um die Mittagszeit im Hause Kittenbath ankam, lag die tapfere Kugel Quitschi
schon in den Wehen. Eine leere Fruchtblase hing schon aus ihr raus. Die Wehen waren allerdings nicht
stark genug, so dass es, wie auch im letzten Jahr, nicht richtig vorwärts ging.
Daher entschieden wir uns kurzerhand wieder eine Runde mit dem Auto zu fahren, da dies im letzten Jahr zum gewünschten Erfolg führte. Doch nach einigen Kilometern wieder daheim angekommen,
war die Situation leider unverändert.

Während wir Quitschi betreuten, mussten wir aber auch immer ein Auge auf Gracy werfen,
da ihre Geburt ja schon seit einigen Tagen überfällig war !
Gracy aber lag zufrieden da und nichts deutete auf eine bevorstehende Geburt hin.
Einen Tag zuvor wurden in der Klinik die Herztöne des Kitten kontrolliert ... alles im grünen Bereich.

Um 14 Uhr gesellte sich auch Julia, eine mit Jutta befreundete 3-fache Katzenmami, zu uns.  
Julia wollte gerne mal eine komplikationslose Geburt erleben ... leider sollte ihr Wunsch nicht in Erfüllung gehen, denn was wir da noch nicht wussten … ein Krimi der besonderen Art lag vor uns …

Von einem Moment auf den anderen hatte Quitschi endlich richtig gute Wehen.
Wir waren optimistisch und drückten bei jeder Wehe gedanklich mit. Doch leider ließ sich das
erste Baby weiterhin Zeit. Da die Wehen nach einiger Zeit wieder schwächer wurden und
die Intervalle länger, entschieden wir uns, nicht weiter zu warten und in die Tierarzt-Praxis zu fahren. 
In der Klinik wurde ein Ultraschall gemacht und Quitschis Bauch geröntgt.
Nach diesen Untersuchungen war klar, dass sich ein Baby bereits durch das Becken gekämpft hatte
und seine Herzfrequenzen keinen Anlass zur Sorge gaben. Quitschi bekam ein wehenanregendes
Medikament gespritzt und weiterhin ganz viel gutes Zureden von unserer Seite.
Schon im Auto wurde ihre Wehentätigkeit wieder stärker. Wieder flackerte Hoffnung in uns auf und wir sahen Licht am Horizont. Zuhause angekommen drückte die arme Quitschi wieder stark, doch leider nicht
mit der, von uns so fest gewünschten Wirkung. Das Warten, das Bangen und Hoffen setzte uns sehr zu
und die sich quälende Quitschi tat uns allen arg leid. Dann zeigte sich endlich das Schnäuzchen des ersten Fellnäschens. Doch viel zu lange steckte das Kleine nun schon fest – es war zum Verzweifeln.
Nun schienen die Wehen wieder ganz zu stagnieren und unsere Hoffnung schien in Rauch auf zu gehen.
Weder unser liebes Zureden, noch eine weitere Wehenspritze, brachten die gewünschten starken Wehen zurück. Die Hilflosigkeit machte uns allen fest zu schaffen – die Stimmung war zum Zerreißen gespannt.
Nach einer viel zu langen Pause kam endlich wieder eine Wehe und ich schaffte es, das kleine Katerchen rauszuziehen. Julia nahm das schlaffe Körperchen sofort in Empfang und startete mit den Wiederbelebungsversuchen. Ein Herzschlag war zu spüren, doch das Kleine wollte einfach nicht atmen.
40 Minuten lang  versuchten wir das Baby zurück ins Leben zu holen. Doch leider verstarb das süße Tabby-Katerchen in Julia's kämpfenden Händen. Jutta und ich kümmerten uns um Quitschi, die völlig erschöpft war. Quitschi hatte aufgegeben und konnte nicht mehr, zu keiner einzigen Wehe war sie mehr fähig.
Wir wollten ihr weitere Qualen ersparen und fuhren ein weiteres Mal in die Tierklinik.
Da auch Gracy keine weiteren Anstalten machte, heute noch zu gebären,
nahmen wir die blaue Maus, zu einer weiteren Kontrolle, auch gleich mit.

In der Klinik wurde bereits alles für den bevorstehenden Kaiserschnitt vorbereitet.
Tierarzt Dr. Schmitz und seine Assistentin hatten auch für uns ... das Rubbelteam,
bestehend aus:

Oma Jutta


Julia                                                           und mir ... Daniela
   


alles neben dem OP-Raum vorbereitet ... Wärmelampe, Frotteetücher etc. lagen bereit.
Nun warteten wir drei gespannt auf die Ankunft der Babys. Die Emotionen und die Ungewissheit 
trieben mir die Tränen in die Augen. Doch das erdrückende Warten hatte schon nach wenigen Minuten
ein Ende und wir konnten ein Baby nach dem anderen im OP abholen. Jedes Würmchen bekam
das Gegenmittel Antisedan®, wurde dann sofort von uns gerubbelt und massiert und schon nach
wenigen Momenten atmeten die Kleinen!
Die Gefühle überschlugen sich – Erleichterung und Euphorie wechselten sich ab.
Endlich konnten wir uns über die wahnsinnige Zahl von neun Tabby-Kinderchen erfreuen.
Quitschi hatte also insgesamt zehn Babys in ihrem fast basketball-grossen Bauch gehabt … unglaublich !!
Trotz der riesengroßen Zahl hatten alle Tigerlis stolze Gewichte zwischen 89 und 109 Gramm.


links ... Enya und rechts ... ???? :-)
 

Bald wurde uns dann Quitschi zur weiteren Beobachtung der Aufwachphase gebracht. Nach kurzer Zeit erwachte sie aus ihrem Tiefschlaf und wir konnten ihr die quirlige Grossmannschaft zeigen.
Obwohl noch etwas beduselt von der Narkose, nahm die erschöpfte Mami ihre Kitten sofort an.

             

Kaum hatten wir uns von dem letzten Eingriff etwas erholt, musste auch für das eine
Baby in Gracy’s Bauch gehandelt werden. Der Ultraschall brachte es ans Licht –
die Anzahl der Herztöne des Kitten waren zu stark gesunken.
Ein weiterer Kaiserschnitt war nötig – auch Gracy musste unters Messer.

Da im Frühjahr Gracy schon einmal trächtig war, die Kitten aber resorbiert wurden,
hielt es Jutta für angebracht, bei einem Kaiserschnitt Gracy gleich mit kastrieren zu lassen.
Es ist so schade um diese tolle Mami, die mit Hingabe für jedes (auch nicht eigene) Kitten da war !

Mit einer unglaublichen Ruhe und Souveränität machte sich Dr. Schmitz ans Werk.
Auch das blaue Mädchen konnten wir dann nach wenigen Minuten in Empfang nehmen.
Leider war es dieses Mal anders – das Mädchen atmete nicht. Wieder kämpften wir vehement um
das Leben der kleinen Maus, doch leider war jede Mühe vergeblich  – alle waren wir sehr traurig.
 

Im Wechselbad der Gefühle und noch immer mit viel Adrenalin im Körper, machten wir uns später
mit den zwei Mamis und 9 munteren Babys auf den Heimweg.

Der Blick in Quitschis nun „gefüllte“ Wurfkiste versöhnte uns mit den vielen aufreibenden und
traurigen Momenten der letzten Stunden. Zwischenzeitlich war es schon 10 Uhr abends – ein langer, anstrengender und sehr emotionaler Tag lag nun hinter uns.


Bestimmt wird uns dieser besondere Tag lange in Erinnerung bleiben.
Immer mehr werden die gesunden quietsch-fidelen Tabbykinder die traurigen Momente verdrängen.
Obwohl Gracy kein eigenes Baby aufziehen kann, wird sie sich zusammen mit Quitschi hingebungsvoll
um die Tabby-Fellnäschen kümmern.

             

Ich wünsche der Zwei-Mami-Großfamilie alles Liebe und Gute!

 

 Anmerkung:
Mein großer Dank gilt nicht nur Daniela und Julia ... meinen Rubbelfreundinnen
... ganz speziell gilt mein Dank auch Herrn Dr. Schmitz und seiner Helferin Andrea,
die ihren Samstag Abend mit uns verbracht haben :-)


 

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